Nettolohn - das müssen Sie wissen!

Immer das Kreuz mit dem Lohn in brutto und in netto, denn jeder kennt es: Am Monatsende bleibt vom Brutto immer nur noch ein deutlich kleinerer Teil als Nettolohn übrig - lesen Sie dazu in dem folgenden Artikel wie dieser zustande kommt!

In jeder Gehaltsabrechnung wird zunächst der Bruttolohn aufgeführt. Der Bruttolohn ist der gesamte Lohn, den ein Arbeitnehmer für seine Arbeitsleistung erhält. Die Höhe des Bruttolohns ist in der Regel im Arbeitsvertrag festgeschrieben. Zum Bruttolohn gehören auch freiwillige Leistungen Zahlungen des Arbeitgebers, wie etwas das Urlaubsgeld, das Weihnachtsgeld und Beteiligungen am Gewinn der Firma. Für seine Beschäftigten muss der Arbeitgeber zusätzlich Abgaben erbringen, die in der Lohn- und Gehaltsabrechnung nicht auftauchen.

Vom Bruttolohn werden die Beiträge für die Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Weitere Abzüge sind der Solidaritätszuschlag, die Lohnsteuer und die Kirchensteuer für Kirchenmitglieder.

Zunächst werden vom Bruttolohn die Sozialversicherungsbeiträge abgezogen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich die Beiträge je zur Hälfte. Ausschlaggebend für die Errechnung des Versicherungsbeitrags ist jedoch nur der Bruttolohn bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Der Lohn der über die Beitragsbemessungsgrenze hinausgeht bleibt unberührt. Der Beitragssatz für die Krankenversicherung beträgt derzeit 15,5 Prozent. Der Arbeitgeberanteil beträgt 7,3 Prozent während der Arbeitnehmeranteil beträgt 8,2 Prozent. Zur Finanzierung von Zahnersatz müssen Arbeitnehmer seit dem 01. Januar 2005 einen Sonderbeitrag von 0,9 Prozent an die Krankenkasse abführen. Außerdem haben die Krankenkassen seit 2016 das Recht Zusatzbeiträge in unbegrenzter Höhe zu erheben.

Bei der Rentenversicherung teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer den Beitragssatz in Höhe von 19,6 Prozent zu gleichen Teilen, also je 9,8 Prozent.

Der Beitragssatz für die Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent und auch hier teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Beitrag je zur Hälfte. Bei der Pflegeversicherung zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer je 1,1 Prozent an Beiträgen.

Bei der Beitragsbemessungsgrenze wird nach Ost- und Westdeutschland unterschieden. Da die durchschnittlichen Löhne in den neuen Bundesländern niedriger als in den alten Bundesländern sind. Ist auch die Beitragsbemessungsgrenze in Ostdeutschland niedriger.

Bei der Kranken- und Pflegeversicherung beträgt die Beitragsbemessungsgrenze sowohl in West als auch in Ostdeutschland 45.900 Euro. Bei Arbeitslosen und Rentenversicherung werden die Unterschiede jedoch deutlich. Während im Osten die Beitragsbemessungsgrenze 57.600 Euro beträgt, beträgt sie in Westdeutschland 67.200 Euro. Bis zu diesen Grenzen wird der Bruttolohn, zur Berechnung der Versicherungsbeiträge, herangezogen. Wie hoch die Steuerabgaben ausfallen hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Mitglieder der Kirche zahlen noch die Kirchensteuer, der Beitragssatz beträgt derzeit in Baden Württemberg und Bayern 8 Prozent von der Lohnsteuer und in den übrigen Bundesländern 9 Prozent von der Lohnsteuer. Um den Wiederaufbau Ost zu finanzieren, wurde der Solidaritätszuschlag eingeführt. Arbeitnehmer zahlen hierfür 5,5 Prozent von der Lohnsteuer.

Wie hoch die Lohnsteuerabgaben ausfallen hängt von der Steuerklasse und somit vom Familienstand und von den Kinderfreibeträgen also von Zahl der Kinder ab. Entscheidend ist außerdem die Höhe des Bruttolohnes, den der Beitrag für die Lohnsteuer steigt mit steigendem Bruttolohn.

Nach Abzug all dieser Beiträge ergibt sich der Nettolohn. Es handelt sich also um den Lohn, der zum Leben tatsächlich zur Verfügung steht.