Gehaltsrechner - das müssen Sie wissen!

Mal ehrlich: Beworben, neuen Job bekommen, Gehaltshöhe bekannt. Was aber kommt am Ende des Monats dabei heraus. Eine Pie-Mal-Daumen Rechnung kann natürlich jederzeit aufgemacht werden, doch einige hundert Euro Unterschied werden es dennoch sein, die nach dem Abzug der Sozialversicherung bestehen, wenn der Betrag selbst ausrechnet wird. Einen effektiven Überblick darüber verschaffen, was am Ende des Monats tatsächlich vom Arbeitgeber aufs Konto überwiesen wird, kann der Gehaltsrechner geben. Doch nicht nur für diejenigen, die gerade eine neue Stelle antreten lohnt sich einen Blick in den Gehaltsrechner zu werfen. Jahr für Jahr gibt es Änderungen bei der Lohnsteuer, bei den Freibeträgen und den Beitragsbemessungsgrenzen. Auch Renten- und Krankenkassenbeiträge änderten sich schon häufig. Und auch persönliche Ereignisse können das Gehalt massiv beeinflussen. Beispielsweise eine Hochzeit oder die Geburt eines Kindes.

Wird eine derartige Änderung bekannt gegeben oder ereignet sich, wollen nur die wenigsten Arbeitnehmer warten bis zur nächsten Gehaltsabrechnung, um zu erfahren, ob ihnen das persönlich etwas bringt. Dank des Gehaltsrechners kann jederzeit berechnet werden, was vom Bruttogehalt übrig bleibt. Die meisten steuerlichen Veränderungen werden schon vor Ende des Jahres bekanntgegeben, wenn sie mit dem Beginn des neuen Jahres in Kraft treten. Aus diesem Grund muss bei der Berechnung des Gehalts im Gehaltsrechner auch immer das zu berechnende Steuerjahr eingegeben werden. Die letzte Veränderung war für Dezember 2011 veranschlagt. Hier gab es eine Erhöhung des Arbeitnehmer-Pauschbetrages von bisher 920 Euro auf 1.000 Euro.

Nach der Eingabe des zu erwartenden bzw. gegenwärtigen Bruttogehalts werden noch weitere Daten benötigt, damit der Nutzer über den Gehaltsrechner erfahren kann, was er künftig verdienen wird.

Gewählt werden muss beispielsweise das Bundesland, indem der Nutzer des Gehaltsrechners steuerpflichtig ist. Dies ist vor allem entscheidend, wenn der Nutzer Kirchensteuer bezahlt. In einigen Bundesländern beträgt der Steuersatz hierfür 8 Prozent, in anderen Bundesländern 9 Prozent. Außer in Baden-Württemberg und Bayern beträgt der Steuersatz 9 Prozent. Wichtig ist die Eingabe der Lohnsteuerklasse in den Gehaltsrechner. Diese ist maßgeblich für die Höhe der Abgaben. Die Steuerklasse geht aus dem Mitteilungsschreiben des Finanzamtes hervor.

In Steuerklasse I werden Verheiratete mit beschränkt steuerpflichtigen Ehepartnern, Verwitwete und Ledige sowie Geschiedene und in eingetragener Lebenspartnerschaft Lebende eingeordnet.
In Steuerklasse II werden Alleinerziehende, bei denen die Voraussetzungen für Steuerklasse I nicht vorliegen eingeordnet.
In Steuerklasse III sind Verheiratete eingeordnet, die einen berufstätigen Ehepartner haben. Dieser erhält Steuerklasse V zugeteilt. Steuerklasse III können auch Ehepartner von nicht Berufstätigen und Selbständigen wählen.
In Steuerklasse IV sind verheiratete Arbeitnehmer eingeordnet, wenn beide unbeschränkt einkommensteuerpflichtig sind. Diese Steuerklasse, wird gewählt, wenn beide ungefähr gleich viel verdienen.
Steuerklasse VI ist für die Arbeitnehmer gedacht, die ein weiteres Arbeitsverhältnis ausüben.

Eingegeben werden muss in den Gehaltsrechner, um auf ein reales Ergebnis zu kommen auch die Angabe über die beim Finanzamt beantragten höheren Werbungskosten in Form des jährlichen Steuerfreibetrags. Auch dieser ist der Mitteilung des Finanzamtes zu entnehmen. Ebenfalls eingegeben wird die Höhe des Beitrags zur Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung. Dieser beträgt bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Seit dem 01. Januar 2002 haben Arbeitnehmer den Anspruch auf Entgeltumwandlung. Gewählt werden kann durch den Arbeitgeber der unter Pensionskasse, Direktversicherung und Pensionsfonds.

Berücksichtigung finden kann beim Gehaltsrechner auch der Kinderfreibetrag. Der betreffende Satz ist beim Gehaltsrechner auszuwählen. Beiden Elternteilen steht jeweils die Hälfte zu. Der Freibetrag kann aber auch auf einen Elternteil übertragen werden.

Der Beitragssatz zur Krankenversicherung, der zurzeit bei 15,5 Prozent liegt, wird im Gehaltsrechner schon automatisch berücksichtigt. Ist der Nutzer Beamter oder entfällt dieser Posten jedoch. Ein Gehaltrechner kann aber auch von Beamten genutzt werden.

Nach Eingabe aller Daten geht es dann sehr schnell. Nach dem Drucken des "Berechnen"-Button binnen von wenigen Sekunden das Gehalt angezeigt, mit dem der Nutzer in Zukunft rechnen kann.